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Auszug

Hühnerrequiem

Requiem für Hühner – Porträt eines Malergesellen im Unruhestand

Roland Friedrichs ist Malergeselle im Vorruhestand. Er lebt von einer klei-nen Rente, allein in einer kleinen Wohnung in einem Wuppertaler Vorort. In seiner Wohnung sammelt sich, was er nicht wegwerfen kann, stapel-weise Zeitungen, Zeitungsausschnitte, alte Spielsachen, Lottoscheine, Ge-genstände, die er im Sperrmüll findet.
Aus diesen Dingen baut Friedrichs Kunstobjekte, die von Katastrophen in-spiriert sind, Arbeits- und Verkehrsunfällen, Schiffsuntergängen, Morden oder dem Überfahren von Hühnern im Werbefilm einer Bausparkasse. Sei-ne Objekte tragen Titel wie „Synthetischer Schmetterling mit Quetschkes-seluhr und die Randbemerkung Der Mord an Uwe Barschel“ oder „Reichs-tagsstereoverhüllungsauflage mit CD-Auflieger Candle in the Wind“.
Zusätzlich erfindet er Krimigeschichten, in denen er selbst meist die Rolle des Opfers einnimmt. (Zwischen Art Brut, Merz und Idiot Savant bewegt sich die Ausdrucksform Roland Friedrichs, mit der er die Situation eines Menschen am Rand der Gesellschaft beschreibt.)

Die Autoren haben Roland Friedrichs besucht, ihn durch eine Ausstellung seiner Kunstobjekte begleitet, Gespräche mit ihm geführt und seinen Kri-migeschichten zugehört.
In einer O-Ton-Collage wird das Porträt eines Menschen gezeichnet, der dagegen ankämpft, zum Abfall der Gesellschaft gezählt zu werden, im Be-wußtsein, dabei selbst immer wieder nur Abfall zu produzieren.

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