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Auszug

Leben nach Noten

LEBEN NACH NOTEN

MODERATOR Liebe Hörerinnen und Hörer, ich begrüsse Sie herzlich zu unserer Sendung "Leben nach Noten" mit Nachwuchskomponistinnen und Komponisten, deren Werke nocht nicht auf Tongrägern erhältlich sind.
Wir wollen aber gerade auch dieser unveröffentlichten Musik von Morgen mittels Gesprächen und Live-Interpretationen nachspüren. Wir wollen heute schon wissen, wie die Musik von morgen klingt und wir wollen wissen aus welchen Haltungen heraus heute komponiert wird und welche persönlichen Motive in die heutige Musik einfliessen.
Heute bei uns CHRISTINE GROSS aus Berlin, und CHRISTIAN AHLERS aus Bremen.
CHRISTINE GROSS ist 43 Jahre alt, hat an der Musikhochschule Stuttgart Streich- und Zupfinstrumente sowie Komposition studiert und abgeschlossen. Sie hat zusätzlich ein Konzertdiplom für Klavier gemacht und ist zur Zeit Korepetitorin am Theater Bremen.
CHRISTIAN AHLERS, 34 Jahre alt, hat nach seiner Ausbildung am Flügelhorn an der Hochschule für Musik der Basler Musikakademie zusätzlich Komposition und Dirigieren an der Buffalo State University of New York studiert und abgeschlossen. Seither ist er freischaffend als Komponist und Dirigent tätig. Ich freue mich, dass wir heute auch HANSPETER PFAMMATTER, und URSULA KLEEB aus Luzern mit dabei haben. Sie werden mit Zither, Blockflöten, präpariertem und unpräpariertem Klavier die Kompositionen, über die wir reden wollen, live interpretieren.
Wir werden uns zuerst vertieft mit den Komponisten CHRISTIAN AHLERS und CHRISTINE GROSS beschäftigen und im zweiten Teil der Sendung dann mit der Kunst, also den Werken der beiden.
CHRISTIAN AHLERS wenn ich mit Ihnen anfangen darf, wieso gerade Zither?

CHRISTINE Sie sind gut! Das war doch die Bedingung zur Einladung in Ihre Sendung, dass wir Kompositionen mit dieser Instrumentierung – Zither/Blockflöte/Klavier mitbringen. Und jetzt fragen Sie "wieso?"

CHRISTIAN Gut ich kann Ihnen schon ein paar Gründe nennen. Ich finde zum Beispiel die Namensherleitung der Zither sehr witzig. Die lautliche Ähnlichkeit von Zither zu zittern. Also mit Doppel-T oder mit T-H. Zittern, althochdeutsch, zitaron, ähnlich wie altnordisch, titra, was zwinkern heisst und Zither aus althochdeutsch, zitara, cithara, wohl entlehnt aus griechisch kithara. Was aber nicht ganz sicher ist. Mir gefällt aber auch das Instrument selbst. Der Korpus der Zither kann tropfen- oder birnenförmig sein und die Zither besitzt immer ein Schallloch. Das gefällt mir.

MODERATOR Und CHRISTINE GROSS, mögen Sie nun doch noch etwas sagen?

CHRISTINE Ja natürlich mir gefallen die vielen Namen die man für die Zither verwendet: Bergmannszither, Halszither, Harzzither, Lutherzither, Thüringer Zither, Waldzither. Diese Namen sind sehr lustig!

MODERATOR Die Zither ist ja ein relativ altes Instrument. Hat das bei der Wahl für Zither zu schreiben eine Rolle gespielt CHRISTIAN AHLERS?

CHRISTIAN Ja. Die Zither wurde zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert als ein von der Fidel abgeleitetes Instrument erfunden. Der Korpus der Zitter kann wie ich schon sagte, tropfen- oder birnenförmig sein, oder auch einen Umriss ähnlich einer Glocke besitzen. Die Zither besitzt metallene Doppelsaiten aus Stahl, Messing, Eisen oder gelegentlich auch aus Silber. Was mir sehr wichtig war, die Zither ist ein sehr einfach zu spielendes Volksinstrument aus der Renaissance. Jeder konnte damals Zither spielen.

MODERATOR Und wie kommen Sie CHRISTINE GROSS auf Blockflöte.

CHRISTINE Gerade heute, ist ja vieles länglich und hat Löcher.

MODERATOR Ja?

CHRISTINE Finden Sie nicht?

MODERATOR Doch, doch. Und wie war das bei Ihnen CHRISTIAN AHLERS. Wie war das bei Ihnen mit der Blockflöte?

CHRISTINE Für die Blockflöte spricht tatsächlich, dass sie gewissermassen heute ähnlich populär ist, wie die Zither damals. In Deutschland spielen eine halbe Million Menschen Blockflöte. Haben Sie das gewusst?

CHRISTIAN Sind es nicht eher noch mehr? Das sind doch noch mehr! Ich bin sicher, dass das noch mehr sind.


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