Hans Koch, der ein Nachbar und langjähriger Mitmusiker von Dichterstauffer ist, fuhr im Herbst des letzten Jahres für sechs Monate nach Indien.
Ausgehend von dieser traurigen Tatsache, dass Stauffer zurückbleiben musste, hat Dichterstauffer Hans Koch beauftragt zu den folgenden Themen auf Tonjagd zu gehen.
Kontaktpflege mit der anderen Welt. Aufrechterhaltung des Austausches mit der Heimat. Was fehlt, wo fühlt man sich alleine, wo nicht. Wie ist es, wenn man alleine ist. Wer/wie ist man, in dieser Situation? Probleme des Reisenden. Dinge, die nicht auf Anhieb funktionieren. Wie besorgt man Strom? Wie kann man eine Hose kaufen. Wie kann man sich eine Hose schneidern lassen. Wo kann man schlafen, ohne beklaut zu werden? Wem kann man trauen? Erstaunliche, hervorragende, praktische, langweilige, besonders abstossende Entdeckungen.
Sequenzen von Realität, die später nicht als Handlungsort für Texte fungieren, sondern als O-Ton Bestandteil einer Musik oder Melodie werden sollen: Die Realität als Weltmusik.
Dichterstauffer und Hans Koch haben nach der Rückkehr Kochs eine Gesamtpartitur erstellt. Daraus wurde eine Fusion von indischem Tonmaterial und eigener Musik, von lakonische Beobachtungen und Beschreibungen von Heimwehgefühlen eines vorübergehend in Indien Weilenden, der sich langsam in einen Hindu zu verwandeln scheint. Es entstand eine Art Weltmusik mit Stauffer und Koch als künstlerischen Reiseleitern.
Musik: Hans Koch und Michael Stauffer Regie: Michael Stauffer und Hans Koch Produktion: Schweizer Radio DRS, 2010 - Dauer: 54'
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