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Auszug
Muscheln und Blumen. Literarische Texte zu Werken der Kunst.
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Hinter den Sträuchern ist ein Haus.
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Hinter den Sträuchern ist ein Haus
Ein Theaterstück für zwei Personen. Sie tragen weisse Plastikhandschuhe, damit sie nichts verunreinigen. Die Figuren heissen, Salomé und Constantin . Salomes Stimme zu hören bereitet grosse Freude. Salomé und Constantin sind nicht sehr unterschiedlich. Es gibt keinen grossen Unterschied zwischen ihnen. Wo gibt es das schon. Die Personen sind Figuren, das sollte man noch sagen.
1.Szene Im Briefkasten. Constantin schaut durch den Briefkastenschlitz. Diese Öffnung stellt in seinem Kopf ein Gefühl her. Er stellt mit diesem Gefühl Kontakte zu Menschen her. Menschen, die ihm Briefe schreiben könnten. Die Briefe sind alle langweilig. Einöde auf Papier. Wer will das. Briefe sind immer melancholische Missgeschicke. Postkarten sowieso. Beim Betrachten der Briefe stellt sich bei Constantin eine einfache Melancholie ein. Eine klare Melancholie. Eine die als Ausdehnung nur die Länge kennt.
2. Szene Im Menschenzimmer. Salomé und Constantin warten auf nichts. Sie stehen da. Sie stehen in der Architektur. Pause. Constantin denkt an die Perspektive. Balken. Pause. Salomé denkt an den Raum. Wohnung. Pause. Salomé denkt an die Nachnamen der neuen, ihr noch nicht bekannten Nachbarn. Salomé stellt sich vor, dass der Immobilienmakler bestimmt verschwiegen hat, dass es unter den vielen netten Nachbarn auch mindestens ein Arschloch gibt. Einen der immer die selbe Geschichte erzählt, diese exakt wiederholt und sich dann wundert, wenn man sich von ihm fern hält. Einer der sich wundert, dass er zu den Verzweifelten gehört. Einer der schliesslich sogar darüber glücklich ist, dass er sich permanent geirrt hat, während der letzten vierzig Jahre.
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